Infobörse

der Gemeinde St.Josef Schweinfurt

Autor: Michael Pfrang
Kontakt: michael.pfrang@bistum-wuerzburg.de
Kategorie: Maiandacht
Beschreibung:
Schlussmaiandacht - 31.05.2000
»Gott denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig"

ERÖFFNUNGSLIED: 900, 1+2

»Gott denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheilen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.«
Gott ist die Bestimmung unseres Lebens. Dies zeigen wir jedes mal an, wenn wir uns bekreuzigen, dem Zeichen der dreifaltigen Liebe Gottes. Das Zeichen des Kreuzes rahmt unser ganzes Leben ein und will uns tragendes Fundament sein: im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Unsere erste Maiandacht stand unter dem Thema: »Lobpreis Gottes - vornehmste Pflicht des Christen.« Es ist menschenwürdig und sinnvoll, Gott zu loben, an Gott zu glauben, auf Gott zu hoffen und mit und durch Gott zu lieben; denn erst unser Glaube an Gott lägt unser Leben sinnvoll sein. Durch ihn wissen wir uns von Gott getragen, dem wir uns verdanken und auf den hin wir leben. Deshalb singen wir noch einmal das große Loblied Mariens, das Magnifikat:

Gl 689 Chor/ Gemeinde

EINFÜHRUNG
Viele Worte haben wir in den vergangenen Mai-Andachten gemacht. Worte, die versuchten, den Lobpreis Mariens zu verstehen und nachzuvollziehen. Worte, die versuchten, unseren Lobpreis zu sagen und zu verantworten vor Gott und unseren Mitmenschen. Worte, die versuchten, Gott als Gott für uns, unseren Gott kennen zu lernen. Worte, die versuchten, Maria als Vorbild des Glaubens zu sehen. Worte, die versuchten, Antworten auf die Fragen unseres Lebens in unserem Glauben zu gewinnen Worte, die versuchten, unsere Bestimmung durch Liebe zur Liebe zu begreifen. Viele Worte haben wir in den vergangenen Maiandachten gemacht, um das Magnifikat Mariens besser zu verstehen und ihrem Glauben an Gott zu folgen. Dem Glauben Mariens folgen heißt, den Bund Gottes mit seiner Schöpfung und uns Menschen bejahen und uns bemühen, in der Nachfolge Christi Liebe zu leben, und uns verpflichten, unseren Beitrag zur Vollendung des Bundes zu leisten. Der Lobpreis des dreifaltigen Gottes begründet, eröffnet, ermöglicht, trägt, fordert, verwirklicht Glaube, Hoffnung und Liebe. Das heißt: Wenn wir glauben, hoffen und lieben, loben wir Gott und stimmen ein in den Lobpreis Mariens.

MARIANISCHES KERNGEBET Gl 32,1

LESUNG (1 Kor 13) Ohne Liebe bin ich nichts. Selbst wenn ich in allen Sprachen der Welt, ja mit Engelszungen reden könnte, aber ich hätte keine Liebe, so wären alle meine Worte hohl und leer, ohne jeden Klang, wie dröhnendes Eisen oder ein dumpfer Paukenschlag. Könnte ich aus göttlicher Eingebung reden, wüsste alle Geheimnisse Gottes, könnte seine Gedanken erkennen und hätte einen Glauben, der Berge versetzt, aber mir würde die Liebe fehlen, so wäre das alles nichts. Selbst wenn ich all meinen Besitz an die Armen verschenken und für meinen Glauben das Leben opfern würde, hätte aber keine Liebe, dann wäre alles umsonst. Liebe ist geduldig und freundlich. Sie kennt keinen Neid, keine Selbstsucht, sie prahlt nicht und ist nicht überheblich. Liebe ist weder verletzend noch auf sich selbst bedacht, weder reizbar noch nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Diese Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles und hält allem stand. Einmal werden keine Propheten mehr zu uns sprechen, das Beten in anderen Sprachen wird aufhören, die Erkenntnis der Absichten Gottes mit uns wird nicht mehr nötig sein. Nur eins wird bleiben: die Liebe. Denn unsere Erkenntnis ist bruchstückhaft, ebenso wie unser prophetisches Reden. Wenn aber das Vollkommene - Gottes Reich - da ist, wird alles Vorläufige vergangen sein. Als Kind redete, dachte und urteilte ich wie ein Kind. Jetzt bin ich ein Mann und habe das kindliche Wesen abgelegt. Noch ist uns bei aller prophetischen Schau vieles unklar und rätselhaft. Einmal aber werden wir Gott sehen, wie er ist. Jetzt erkenne ich nur Bruchstücke, doch einmal werde ich alles klar erkennen, so deutlich, wie Gott mich jetzt schon kennt. Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Die Liebe aber ist das Größte.

Chor: Marienlied

BETRACHTUNG

»Gott denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheilen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.« Mit den beiden Bibelstellen haben wir einen weiten Bogen geschlagen, vom Bundesschlag Gottes mit Abraham bis hinauf zum Hohenlied der Liebe von Paulus. Damit sind aber auch sehr schön die beiden großen Themen unseres Glaubens und ihre Beziehung zueinander genannt worden. Am Anfang Gott und sein Bund mit dem Menschen: »Das ist mein Bund mit dir«. Am Ende die Erfüllung des Bundes. Die Beziehung zwischen Anfang und Ende ist der Bund Gottes mit dem Menschen, der sich als die Liebe Gottes in Jesus Christus erfüllt. Da wir Menschen endlich sind und uns sehr leicht ereifern können, prahlen und uns aufblähen, ungehörig sind, unseren Vorteil suchen, uns zum Zorn reizen lassen, nachtragend sind und Unrecht tun, ist Liebe unsere bleibende Aufgabe. Liebe will ständig gelebt werden. Sie fordert uns immer neu heraus, sucht neue Wege zu gehen, immer wieder aufzubrechen zur Liebe. Wahre Liebe macht uns fähig, zu verzeihen, Verzeihung anzunehmen, zu ertragen und zu tragen. Gottes Liebe will und kann nur lieben. Dies allein ist der Grund für unsere Hoffnung, dass all unsere Ansätze von Liebe liebend erkannt und anerkannt werden. Im Wissen dieser Liebe ging Maria ihren Weg und war somit befreit von sich und möglichem Eigensinn; sie war befreit, ihrem Kind, ihrem Bräutigam, ihren Mitmenschen, den Freunden Jesu, Gott Liebe entgegenzubringen. Das macht diese Frau so faszinierend, dass sie Blicke auf sich zieht, aber nicht bei ihr beharrt, sondern sie wendet auf Gott als den, der eigentlich zu schauen und dem zuzustreben ist. Maria fesselt nicht Blicke auf sich, sondern sie fesselt, insofern sie über sich hinausweist: »Was er euch sagt, das tut« (Joh 2,5). Weil Maria in dieser Uneigennützigkeit ihren Glauben an Gott lebt, ist sie Mutter der Glaubenden, Mutter der Kirche, ist sie Mutter der Menschen. Denn an Maria erfüllte sich, was Gott unseren Vätern, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig verheilen hat. Sie gebiert Jesus, den Sohn Gottes, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Chor: Marienlied

GEBET ZU MARIA (GL 783,8.)

Chor: Freu dich du Himmelskönigin

SEGENSGEBET

Lieber Gott, Vater im Himmel, Maria ist uns Beispiel für den Glauben. Sie wusste sich getragen und bewahrt in deiner Liebe. Sie lebte liebend die Hoffnung auf deine Liebe. Lass auch uns, die wir oft in den Anfängen der Liebe den Weg und Erfolg der Liebe zu berechnen suchen, lieben um der Liebe willen. Lass auch uns Liebe zum Grund und Ziel unseres Lebens werden, damit wir erkennen, was die Liebe deines Sohnes uns verheißen hat. Darum bitten wir durch ...

Übertragung: 873

Gebet: 6,6

Lied: 867

V Brot vom Himmel hast du ihnen gegeben,
A Das alle Erquickung in sich birgt.
V Lasset uns beten, - Herr Jesus Christus, im wunderbaren Sakrament des Altares hast du Uns das Gedächtnis deines Leidens und deiner Auferstehung hinterlassen, Gib uns die Gnade, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, dass uns die Frucht der Erlösung zuteil wird. Der du lebst und herrschest in Ewigkeit.
A Amen.

Segen

SCHLUSSLIED (GL 594, 1-3)