Infobörse

der Gemeinde St.Josef Schweinfurt

Autor: Michael Pfrang
Kontakt: michael.pfrang@bistum-wuerzburg.de
Kategorie: Maiandacht
Beschreibung:
Maiandacht am 14.05.00
»Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen"

ERÖFFNUNGSLIED: GL 977, 1+2

LESUNG (Gen 1,26-29)
Dann sprach Gott: Laßt uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich.
Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen. Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen.
Gott schuf Himmel und Erde. Gott rief ins Leben, schenkte Dasein, gab dem Menschen seine Schöpfung auf; schenkt den Menschen, den Hungernden, seine Gaben, seine Schöpfung. Er eröffnet dem Menschen, mit diesem Geschenk glücklich zu werden, Heil zu erlangen in Gott. Im Vertrauen auf Gottes Gabe und seinen Beistand im Heiligen Geist beginnen wir diese Maiandacht: im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Im Monat Mai erwacht die Schöpfung zu neuem Leben; Bäume schlagen aus und blühen, die Frucht keimt und läßt Sprößlinge wachsen; zartes Grün legt sich über die Wälder; Blumen blühen in den Gärten; die Tage werden länger; die Vögel singen ihre Frühlingsweisen, bauen Nester, legen Eier, brüten, bis die jungen Vögel ins Abenteuer Leben schlüpfen. Dieses Leben ist heute immer mehr bedroht. Und dennoch entfaltet sich Jahr für Jahr in wunderbarer Ordnung das Leben der Natur, das der Schöpfer des Himmels und der Erde dem Menschen als Lebensraum übergeben hat mit dem Auftrag, es würdig zu verwalten. Bei all unserem Mühen um das Wachsen und Leben in Feld, Wiese, Wald und Garten soll uns der Blick auf das Wunderbare und der Durchblick auf Gott nicht verloren gehen. Im Bemühen um eine würdige Verwaltung der Schöpfung und im Glauben an Gott rufen wir mit den Worten des Hl. Franz den dreifaltigen Gott an.

LOBPREIS DES DREIFALTIGEN GOTTES (GL 3,4.)

LIED: 577, 1-3

EINFÜHRUNG
»Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen.« Wer sind die Hungernden? Wer sind die Reichen? Was sind die Gaben Gottes? Alles ist Gabe Gottes, jeder von uns verdankt sich und ist sich aufgegeben. Wir sind Gabe Gottes und als solche Aufgabe, uns zu verwirklichen. Wollen wir uns als Abbild Gottes verwirklichen in der Sehnsucht nach Gott und Gottes Herrlichkeit, so sind wir alle Hungernde, im Hunger nach Gott und darin nach uns selbst. Aber wir sind auch Hungernde im Blick auf unsere Mitmenschen, mit denen wir nicht nur auszukommen suchen, sondern von denen wir auch gestützt und begleitet, an der Hand genommen und geführt werden wollen, um auch selbst zu stützen, zu begleiten, an der Hand zu nehmen und zu führen. Denn wir verdanken uns unseren Eltern, unseren Mitmenschen und sind Dank schuldig. Viele Menschen sind nicht mehr fähig, Dank zu sagen. Auch diese beschenkt Gott mit seinen Gaben, wenn er Menschen bewegt, die Hungernden zu ernähren, ihnen Speise und Trank zu bringen; wenn er Menschen bewegt, Leben lebenswert werden zu lassen, Freude und Glück zu bringen in diese Welt; wenn er sich selbst bewegt, Mensch zu werden und aus Sorge um den Menschen Leben zu schenken; wenn er in der Nacht des Todes Leben schafft und seinen Geist sendet. »Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen.«

MARIANISCHES GEBET (GL 783,5)

MEDITATION
»Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen.«

LESUNG (Mt 14,15-21)
Als es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen, und es ist schon spät geworden. Schick doch die Menschen weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können. Jesus antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen!
Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische bei uns.
Darauf antwortete er: Bringt sie her!
Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie den Leuten, und alle aßen und wurden satt. Als die Jünger die übriggebliebenen Brotstücke einsammelten, wurden zwölf Körbe voll. Es waren etwa fünftausend Männer, die an dem Mahl teilnahmen, dazu noch Frauen und Kinder.
Gott speist die Hungernden mit seinen Gaben - mit Brot - Brot, ein Grundnahrungsmittel - Körner des Feldes ausgesät im Herbst - gewachsen im Frühjahr - geschnitten und gedroschen im Sommer - gemahlen zu Mehl - daraus backen wir Brot - Brot, welches wir verteilen - Brot, mit dem wir Hunger stillen - »Und er nahm das Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird« (Lk 22,19). Gott gibt seinen Sohn hin - er wird Mensch - er ist Gabe für Maria, seine Mutter - aufgegeben zur Erziehung - er ist Gabe für seine Jünger - aufgegeben zur Verkündigung und Nachfolge - er ist Gabe für die Kranken, Hungernden und Aussätzigen - aufgegeben zur Heilung - er ist Gabe für alle Menschen - aufgegeben, zu weisen den Weg zu Gott - Gott gibt Jesus - Jesus ist die Hingabe Gottes an den Menschen Taufe ist die Eingliederung in Christus: »In der Taufe stirbt der Mensch mit Christus. Er wird mit ihm begraben und mit ihm auferweckt. Eingegliedert in Christus, ist er nicht mehr im Machtbereich der Erbsünde und des Todes, sondern in der Liebe Gottes. Er erhält durch die Taufe Vergebung aller Schuld, er empfängt das neue Leben, der Heilige Geist nimmt Wohnung in ihm. Neugeschaffen aus dem Wasser und dem Heiligen Geist, wird er zum Kind Gottes, das voll Vertrauen zu Gott sagen darf: >Abba, lieber Vater<. Dieser neue Anfang soll das ganze Leben des Menschen prägen« (GL, S. 82). »Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen.«

LIED: 594, 1+3+5

GEBET: 31,1

AUSSETZUNG
Wie Gott die Hungernden beschenkt dürfen wir ihn nun im Brot in unsere Mitte stellen. Das Brot ist Zeichen, dass er uns beschenkt, wie Maria damals. Es ist Zeichen, dass es Gott ernst ist mit uns Menschen.

Lied: 546

Gebet: 781,5 ohne L

Lied: 869, 1-3

V Brot vom Himmel hast du ihnen gegeben,
A Das alle Erquickung in sich birgt.
V Lasset uns beten, - Herr Jesus Christus, im wunderbaren Sakrament des Altares hast du Uns das Gedächtnis deines Leidens und deiner Auferstehung hinterlassen, Gib uns die Gnade, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, dass uns die Frucht der Erlösung zuteil wird. Der du lebst und herrschest in Ewigkeit.
A Amen.

Segen

SCHLUSSLIED (GL 895, 1+2)