Infobörse

der Gemeinde St.Josef Schweinfurt

Autor: Michael Pfrang
Kontakt: michael.pfrang@bistum-wuerzburg.de
Kategorie: Maiandacht
Beschreibung:
Maiandachten am 01.05.2000
»Lobpreis Gottes - vornehmste Pflicht des Christen"

ERÖFFNUNGSLIED (GL 576, 1-3)

Lasset uns diese Maiandacht beginnen: »Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen« Heute erste Maiandacht, das große Lobgebet Mariens kann uns in diesem Jahr durch den Mai begleiten, das Magnifikat. Beginnen mit dem Lobpreis Gottes

LOBPREIS DES DREIFALTIGEN Gottes (GL 783,0)

EINFÜHRUNG

Liebe Gemeinde!
»Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du gesagt hast« (Lk 1, 38), antwortete Maria, als ihr der Engel die Geburt Jesu verkündet. Sie lobt Gott, obwohl sie das, was geschieht, nicht fassen, nicht verstehen kann. Sie vertraut Gott - sie vertraut sich Gott an. Sie lässt es sich gefallen, dass es Gott gefällt, seinen Sohn in diese Welt zu senden. Sie bejaht bedingungslos die Geburt des Sohnes Gottes. Sie lässt sich durch den Engel von Gott ansprechen und in Anspruch nehmen. Sie stellt sich dem Anspruch mit ihrem ganzen Leben, weil sich Gott ihr und allen Menschen in seinem Sohn zugesprochen hat und zuspricht. Sie wird, ist und macht sich zur Magd des Herrn und lobt Gott. Ihr Leben, ihr Dienst, im Heilsplan Gottes ist Lob Gottes. Ein schöner Lobpreis Gottes findet sich im Neuen Testament und wird von Lukas Maria zugeschrieben. Entlang der einzelnen Verse werden wir in unseren Maiandachten in den Lobpreis Mariens einstimmen und Gott loben, von Maria angeleitet und begleitet.

MARIANISCHES KERNGEBET (GL 32, 1.)

LESUNG (Lk 1,39-56)
Der Besuch Marias bei Elisabet
Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, Meine Seele preist voll Freude den Herrn, mein Geist ist voll Jubel über Gott, meinen Retter. Denn er hat gnädig auf seine arme Magd geschaut. Von nun an preisen alle Geschlechter mich glücklich. Denn der Mächtige hat an mir Großes getan; sein Name ist heilig. Er schenkt sein Erbarmen von Geschlecht zu Geschlecht allen, die ihn fürchten und ehren. Sein starker Arm vollbringt gewaltige Taten: Er macht die Pläne der Stolzen zunichte; er stürzt die Mächtigen vom Thron und bringt die Armen zu Ehren; er beschenkt mit seinen Gaben die Hungrigen, die Reichen aber schickt er mit leeren Händen fort. Er nimmt sich gnädig seines Knechtes Israel an, denn er denkt an das Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen, für ewige Zeiten. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

LIED (GL 261)

BETRACHTUNG
Zwei schwangere Frauen treffen sich auf der Straße und kommen ins Gespräch. Geburtstermin, Schwangerschaftsverlauf, Geburtsvorbereitung, Namensgebung, Kleidung, Ausstattung, Entbindung im Krankenhaus oder zu Hause, Schwangerschafts-gymnastik, Beschwerden und vieles mehr sind die Themen eines solchen Gesprächs. Anders verläuft die Begegnung zwischen Elisabeth und Maria. Das soll nicht heißen, dass sie sich nicht auch über diese Dinge ausgetauscht haben, zumal sie ja drei Monate zusammen waren. Es scheint aber nicht wichtig zu sein. Vielmehr liegt das Hauptaugenmerk der Erzählung auf der Begegnung der beiden Frauen - Elisabeth und Maria. Dies ist eine Begegnung, in der Heilsgeschichte geschrieben wird, in der zur Sprache kommt, was die Erwartung der beiden ausmacht und was das Besondere an den beiden Kindern ist. Ihre Kinder sind, obwohl noch nicht geboren, gekennzeichnet, ja ausgezeichnet durch die Beziehung Gottes zu ihnen und ihren Eltern: Johannes ist der Vorläufer Jesu; sein Vater, der an dem Wunderbaren zweifelt, ist ein rechtschaffener und gesetzestreuer Jude; Jesus ist der Messias und Erfüller des Heiles, das Johannes im Gefolge der Propheten und des Alten Testamentes und im Blick auf den, der kommt kündet; Maria, Jesu Mutter, glaubt an das, was ihr verkündet wird, und vertraut dieser Kunde. »Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ« (Lk 1, 45), sagt Elisabeth und benennt damit genau den Unterschied zwischen Zacharias, ihrem zweifelnden Mann, und Maria, der glaubenden und vertrauenden Jungfrau und Gottesmutter. Maria sonnt sich nicht in ihrer besonderen Stellung und ihrer Majestät. Vielmehr weiß sie diesen Lobeshymnen, die ihr, der Mutter des Herrn, der Mutter Gottes, gelten, mit dem eigentlichen Lob zu begegnen. Sie stimmt ein in den Lobpreis Gottes. Gott ist es, dem ihr Dienst, ihr Lob, ihr Leib, ihr Leben gebühren; denn sie weiß ihm zu danken, was sie ihm schuldet. Maria weiß, dass sie, die von Elisabeth seliggepriesen wird, nicht der eigentliche Adressat dieser Preisungen ist. Sie gibt den Lobpreis weiter und lässt ihn einmünden in das Magnifikat, von dem Luther wünscht, »dass es nicht allein leuchte und rede, sondern brenne und lebe in Leib und Seele«. Für Maria ist es zum Programm ihres Lebens geworden, die Größe Gottes zu preisen und ihn zu loben.

GEBET ZU MARIA
Wir können in diesen Lobpreis einstimmen mit der Lauretanischen Litanei 769, 1-4,7

GEBET
Lasset uns beten: Gott, Vater im Himmel, Maria ist ausgezeichnet dadurch, dass sie unter ihrem Herzen deine göttliche Liebe zu uns Menschen trug. Ja, sie lebte diese Auszeichnung als Lobpreis deines Namens. Lass auch uns in der Nachfolge deines Sohnes und unter der Fürsprache Mariens dich loben und diesen Lobpreis zum Programm unseres Lebens machen. Darum bitten wir durch

AUSSETZUNG
Eine besondere Form des Lobgebetes ist die Verehrung des Zeichens der Liebe Gottes zu uns, des eucharistischen Brotes. Deshalb wollen wir jetzt Christus in dieser Gestalt in unsere Mitte bitten.

Lied: 860

Gebet: 779,2 ohne L

Lied: 542

V Brot vom Himmel hast du ihnen gegeben,
A Das alle Erquickung in sich birgt.
V Lasset uns beten, - Herr Jesus Christus, im wunderbaren Sakrament des Altares hast du Uns das Gedächtnis deines Leidens und deiner Auferstehung hinterlassen, Gib uns die Gnade, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, dass uns die Frucht der Erlösung zuteil wird. Der du lebst und herrschest in Ewigkeit.
A Amen.

Segen:

SCHLUSSLIED: 223, 1+2+5